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Bild: Gaby Blockfeld

Gabriele Blockfeld

Gabriele Bockfeld wohnt in Bad Fallingbostel und singt seit 1992 in der Kantorei mit. Zwischenzeitlich hat sie eine 10-jährige „Kinderpause“ eingelegt.

Warum singst Du in der Kantorei?

G. B.: Weil es für mich ein besonderes Erlebnis ist, bei größeren Werken mit Chor und Orchester mitzusingen und ich diese Möglichkeit auch in Walsrode gesucht habe.

Das heißt, Du hast schon früher im Chor gesungen?

G. B.: Ja. Meine Mutter hat mich als 13jährige mitgenommen zum gemischten Chor in Bomlitz.

Dann ist Deine Mutter also daran „schuld“, dass Du so gerne singst?

G. B.: Genau. Und das, obwohl sie am Anfang noch dachte: „Das Mädchen trifft ja die Töne gar nicht.“ Sie hat mich zum Singen animiert und ich habe dann auch so richtig Feuer gefangen und später auch im Schulchor gesungen. Im Studium in Braunschweig habe ich mir wieder einen Chor gesucht. Das war eine Kantorei, durch die ich viele große geistliche Werke kennen gelernt habe. Und das hat mir großen Spaß gemacht.

Aber ist das Singen in der Kirche nicht irgendwie altmodisch?

G. B.: Das finde ich gar nicht. Ich bin selbst christlich eingestellt. Wenn wir geistliche Musik aufführen, empfinde ich es so, dass wir zum Lob Gottes singen – auch wenn das vielleicht altmodisch klingen mag – und dass wir damit gleichzeitig anderen Menschen etwas vermitteln. Da ist dann der Applaus plötzlich ganz unwichtig für mich.

Das heißt, Du kannst mit älteren Texten und älterer Musik etwas anfangen?

G. B.: O ja, die inhaltliche Beschäftigung finde ich ganz spannend, wenn wir ein Stück erarbeiten. Und der gesamte Bereich der klassischen Musik hat auch so viele spannende Seiten, dass es schade ist, dass z. B. Schüler damit heute so wenig in Berührung kommen.

War der Einstieg schwer? Wie bist Du aufgenommen worden?

G. B.: Ich bin auf die Leute zugegangen und habe schnell Anschluss gefunden, da auch viele in meinem Alter mitgesungen haben. Ich habe einfach Gleichgesinnte gefunden, Freundschaften geschlossen und sogar Leute gefunden, die mit mir zusammen musizieren.

Vielleicht haben es da nicht alle so einfach wie ich. Aber deshalb wollen wir besonders Mühe geben, wenn wir ab dem 26. Januar neue Sängerinnen und Sänger bei unseren Schnupperproben begrüßen. Wir freuen uns über jeden und das soll auch jeder spüren.

Du spielst also auch ein Instrument? Ist das fürs Singen wichtig?

Nein. Das Chorsingen ist ganz anders als das Musizieren. Man singt ja in einer größeren Gruppe, fügt sich in den Klang ein und wird davon getragen. Aber trotzdem ist es mir wichtig, dass ich selbst sicher und gut vorbereitet bin und mich nicht auf andere verlasse. Deshalb bin ich froh, dass unser Chorleiter mit uns so gründlich probt.

Was sind allgemein Deine musikalischen Vorlieben?

Die klassische Musik ist mir schon am liebsten. Aber eigentlich höre ich fast alles. Gerade durch meine Kinder muss ich mich auch mit unbekanntem und neuem beschäftigen. Aktuell habe ich Tom Gaebel und seine Bigband entdeckt.

Gab es in Deinem Leben eine Choraufführung, die für Dich besonders einprägsam war?

Das Oratorium „In Terra Pax“ von Frank Martin war für mich sehr eindrucksvoll. Gerade dadurch, dass es am Anfang sehr schwierig zu „knacken“ war, hat es sich zu einem ganz intensiven Erlebnis entwickelt. Die Thematik von Krieg und Apokalypse war nicht einfach, hat mich letztendlich aber doch sehr angesprochen.

Welches Werk oder welche Musik möchtest Du unbedingt einmal im Chor singen?

Ich finde es schön, in diesem Jahr die Schöpfung von Haydn mitzusingen, da ich sie tatsächlich noch nicht kenne. Aber neben Bach, Haydn oder Mendelssohn würde ich schon gerne mal wieder etwas aus dem 20. Jahrhundert singen, was nicht so bekannt ist.

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